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PSS - Handbuch als Online-Präsentation
 
PSS - Zusammenfassung
Diese Zusammenfassung bietet einen Überblick über die im Zuge des Projektes "Erfolgsstrategien für Produkt-Service-Systeme (PSS)" durchgeführten Arbeiten. Das Projekt wurde aus Mitteln des österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) im Rahmen der Programmlinie "Fabrik der Zukunft" unterstützt.

Hintergrund und aktuelle Situation

Das Konzept der Produkt-Service-Systeme (PSS) ist auf dem Markt nicht neu, die Systematik wurde bereits in unterschiedlicher Form angewandt, z.B. im Rahmen kommerzieller Angebote, in Form von Produkt- Promotionkampagnen, als begleitender Service und in ähnlichen Varianten.
Das bemerkenswerte Wachstum des Dienstleistungsektors in den letzten 50 Jahren zeigt deutlich eine Verschiebung wirtschaftlicher Interessen von traditioneller Massenproduktion zu "post-industriellen" Lösungen. Dem neuen ökonomischen Paradigma folgend basieren mehr und mehr Geschäftsabschlüsse bzw. die generelle Wirtschaftstätigkeit zunehmend auf nicht-materiellen Größen wie z.B. Beratung oder Informationstechnologie anstelle der Produktion materieller Güter in der Primär- und Sekundärindustrie.
PSS Lösungen entsprechen diesem Wechsel wirtschaftlicher Schwerpunkte. In diesem Projekt haben wir uns auf die Charakteristika der wirtschaftlichen Situation in Österreich konzentriert, mit dem Ziel Möglichkeiten zur Förderung ökologischer, profitabler und bedürfnisorientierter Geschäftsstrategien aufzuzeigen.

Der Stellenwert von Nachhaltigkeitsbelangen hat mittlerweile generell an Bedeutung gewonnen, in Europa und anderen Ländern wurde eine Reihe von Forschungsprojekten zu diesbezüglichen Systeminnovationen durchgeführt. Im Zuge dieses Projektes wurden PSS Projekte in EU- und Nicht- EU- Ländern beschrieben, und verschiedene PSS Typen umrissen. Aus den Ergebnissen wurde folgende Arbeitsdefinition abgeleitet:
"Nachhaltige Produkt Service Systeme (für Konsumenten) werden als kommerzielles Angebot einer Kombination von Produkten und Dienstleistungen (oder eines unentgeltlichen Angebots das aber potentiell vermarktbar wäre) gesehen, die in der Lage sind, ein Konsumentenbedürfnis zu erfüllen, insbesondere als Alternative zum Produktkauf. Nachhaltige PSS bieten den Konsumenten sowohl funktionelle als auch nicht funktionelle Vorteile bei gleichzeitig geringerem Ressourcen- und Energieverbrauch."


Im österreichischen Kontext

In Kapitel 5 werden die folgenden, speziell auf Österreich bezogenen Charakteristika analysiert:
1.) vorherrschende industrielle Branchen,
2.) Größeneinteilung von Unternehmen und
3.) Konsumtrends

Die industriellen Zielbranchen wurden anhand von Materialflussanalysen (NAMEA, 2004) und neuesten Erhebungen zur Leistungs- und Strukturstatistik in Österreich identifiziert. Sie sind gekennzeichnet durch hohen Ressourcenverbrauch bei verhältnismäßig niedriger wirtschaftlicher Wertschöpfung. Abseits der Rohstoffe verarbeitenden Primärindustrie kommt auch anderen Branchen wie Baugewerbe, Papier und Druck und Lebensmittelproduktion ein hoher Materialverbrauch (d.h. geringe effektive Produktivität) zu. Die Aufteilung der Größenverhältnisse von Unternehmen ist ein anderes spezifisch österreichisches Charakteristikum. Die eindeutig vorherrschende Kategorie sind Kleinunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter, Selbstständige wie Angestellte) mit einem Anteil von 86.8% aller Unternehmen (Statistik Austria, Europäische Kommission). Mit Fokus auf den business-to-customer (B2C) Markt wurden auch die Statistiken der durchschnittlichen Haushaltsausgaben und die Ergebnisse der "SINUS" Kosum- Typologie analysiert. Die aus diesen Untersuchungen abzuleitenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass in Österreich sehr viel Potential für PSS Angebote gegeben ist.

PSS- Entwicklungsphasen Modell

Das Grundkonzept von MEPSS (Van Halen, Vezzoli and Wimmer, 2005) wurde weiter entwickelt und an die Erfordernisse des österreichischen Marktes angepasst. Der Satz an MEPSS- Tools wurde bereits an etlichen Industriebeispielen angewandt und getestet. Diese Beispielfälle wurden evaluiert und die daraus gewonnene Erfahrung für die Entwicklung eines vereinfachten Sets von Tools verwendet und in einem Handbuch dargestellt. Die grundlegenden Entwicklungsprozesse wurden aus der MEPSS übernommen. Die schrittweise 5 Phasen- Prozess- Struktur von MEPSS wurde zu 3 Phasen zusammengefasst, um auf die Erfordernisse von Klein- und Kleinstunternehmen zu reagieren.



Ein Set von zehn Tools führt durch alle Entwicklungsphasen, von der Unternehmensanalyse bis zur PSS Anwendung.

Tool 01: Liste der Schlüsselthemen
Tool 02: Stakeholder Identifizierung und Priorisierung
Tool 03: System map
Tool 04: Ermittlung der Vor- und Nachteile des derzeitigen Systems
Tool 05: Ideenfindung
Tool 06: Ideenzuordnung und Auswahl
Tool 07: Nachhaltigkeits-Checkliste
Tool 08: Storyboard
Tool 09: Ermittlung der Realisierbarkeit
Tool 10: Durchführungsplan